ROUTE
Girokonto eröffnen
Der Basiskonto-Anspruch auch ohne SCHUFA, die Eröffnung per VideoIdent an einem Abend und die drei Einstellungen der ersten Woche.
✓ Geprüft: 15.8.2026
Ein Konto ist in Deutschland kein Entgegenkommen der Bank, sondern ein Recht: Nach § 31 ZKG muss jedes Institut jedem, der sich legal in der EU aufhält, ein Basiskonto eröffnen — ohne SCHUFA-Historie, ohne Job, ohne Anmeldung. Beim regulären Tarif darf die Bank ablehnen, beim Basiskonto nicht; eine schriftliche Ablehnung lässt sich bei der BaFin beanstanden.
› Mehr über diese Route
Die Route führt von der Kontowahl über die Eröffnung an einem Abend zu den drei Einstellungen der ersten Woche. Eine Online-Bank ist in 10–15 Minuten durch: Formular, Videoanruf mit Reisepass, IBAN sofort, Karte per Post nach etwa einer Woche. Danach folgt das, wofür das Konto überhaupt da ist — Dauerauftrag für die Miete, IBAN an Arbeitgeber und Krankenkasse, SEPA-Lastschrift für Versicherungen, Internet und Rundfunkbeitrag.
Die eigentliche Falle steckt nicht in der Eröffnung, sondern im Kleingedruckten: «kostenlose Kontoführung» gilt bei vielen Banken erst ab 700–1000 € Geldeingang im Monat, sonst werden 5–8 € fällig. Auf Platz zwei folgt der Dispo mit 10–13 Prozent — der teuerste Kredit des Landes.
BENÖTIGTE UNTERLAGEN
Alle möglichen Dokumente für diese Route
- Reisepass (für VideoIdent)
- Smartphone mit Kamera
- Deutsche Handynummer (bei den meisten Banken)
WO AM HÄUFIGSTEN GELD UND ZEIT VERLOREN GEHEN
- Das Konto bis zur Anmeldung aufschieben. Online-Banken eröffnen per Reisepass, die Adresse ändert man später in der App. Ohne IBAN kommt weder Gehalt an noch läuft ein Dauerauftrag für die Miete — das Konto gehört vor die Anmeldung, nicht dahinter.
- Die Bedingung für «kostenlos» überlesen. 0 € im Monat heißt meist «ab 700–1000 € monatlichem Geldeingang»; in Monaten ohne Gehaltseingang bucht die Bank 5–8 € ab.
- Den Dispo als Puffer betrachten. Bei 10–13 Prozent taugt er als Versicherung gegen eine Rücklastschrift, nicht als Dauerzustand auf dem Konto.
- Die Miete jeden Monat von Hand überweisen. Eine verspätete Miete ist gefährlicher als jede Abbuchung: Eine SEPA-Lastschrift holen Sie acht Wochen lang bedingungslos zurück, eine versäumte Mietzahlung bleibt ein Vertragsproblem.
HÄUFIGE FRAGEN ZUR ROUTE
Wie lange dauert die ganze Route — von der Bankwahl bis zum arbeitsfähigen Konto?▾
Die Eröffnung bei einer Online-Bank ist eine Abendaufgabe, die IBAN kommt direkt nach dem VideoIdent. Die Karte per Post dauert rund eine Woche — das ist die einzige echte Wartezeit. Die Einrichtung der Daueraufträge kostet nochmal eine halbe Stunde, macht etwa eine Woche vom Entschluss bis zum vollständig nutzbaren Konto.
Konto vor oder nach der Anmeldung eröffnen?▾
Davor. Die übliche Reihenfolge lautet Reisepass → Konto → Anmeldung → Verträge. Online-Banken identifizieren per Pass und akzeptieren zum Start oft noch die Auslandsadresse, Filialbanken verlangen meist die Meldebescheinigung. Auf die Anmeldung zu warten kostet Wochen, ohne etwas zu bringen.
Wie viel muss auf dem Konto liegen oder darüber laufen?▾
Ein Mindestguthaben gibt es in der Regel nicht, die Gebührenfreiheit hängt aber fast immer am monatlichen Geldeingang — üblich sind 700–1000 €. Läuft das Gehalt über ein anderes Konto, wird die Führung kostenpflichtig; Gehalts-IBAN und «kostenloses» Konto sollten deshalb dasselbe sein.
Sind Girokonto und Sperrkonto dasselbe?▾
Nein. Das Sperrkonto ist ein Nachweiskonto für Studien- und Arbeitsvisa, das Geld wird monatlich limitiert freigegeben, und ein Girokonto ersetzt es nicht. Umgekehrt gilt dasselbe: Vom Sperrkonto allein lässt sich der Alltag nicht bestreiten, für Gehalt und Miete braucht es das Girokonto. Zwei getrennte Routen.