ROUTE
Krankengeld und Lohnfortzahlung
6 Wochen zahlt der Arbeitgeber volles Gehalt, danach die Kasse Krankengeld bis zu 78 Wochen. Die große Falle: ein einziger Lücken-Tag in den Bescheinigungen.
✓ Geprüft: 18.7.2026
⚠️ Wer hier mitgemeint ist: gesetzlich Versicherte. Die Entgeltfortzahlung der ersten sechs Wochen schuldet der Arbeitgeber allen Beschäftigten, das Krankengeld danach ist dagegen eine Leistung der GESETZLICHEN Kasse. Privat Versicherte bekommen kein Krankengeld, sondern Krankentagegeld — nur wenn sie es als eigenen Tarif abgeschlossen haben, mit eigener Karenzzeit und eigener Höhe. Hauptberuflich Selbstständige in der GKV sind ohne Wahlerklärung ebenfalls nicht abgesichert.
KOSTEN UND FRISTEN
Wofür auf dieser Route gezahlt wird
- Krankengeldhöchstens 90 % des Nettoarbeitsentgelts — § 47 Abs. 1 SGB V70 % des Regelentgelts
Fristen, die Sie nicht verpassen dürfen
- Folgebescheinigung: spätestens am nächsten Werktag nach Ende der alten AUKrankengeld: Die Zahlung der Kasseharte Frist
Die Beträge folgen den amtlichen Gebühren zum Prüfdatum des jeweiligen Schritts. In Ihrer Stadt kann der Satz abweichen — Details im Schritt selbst.
› Mehr über diese Route
Eine längere Krankheit wird in Deutschland in zwei Etappen bezahlt: Zuerst zahlt der Arbeitgeber das volle Gehalt für eine begrenzte Zeit weiter, danach übernimmt die Krankenkasse. Die zweite Etappe dauert deutlich länger als die erste, ihre Regeln sind aber strenger.
Die Route aus zwei Schritten behandelt beide Phasen: die Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber samt ihren Bedingungen, und die Leistung der Kasse mit Berechnung der Höhe und Höchstdauer.
Die größte Falle steckt in den Bescheinigungen: Die Arbeitsunfähigkeit muss ohne einen einzigen Tag Lücke fortgeschrieben werden. Ein Bruch in der Kette kann den Anspruch beenden, und rückwirkend ist das kaum zu heilen. Genau hier geht am häufigsten Geld verloren.
WO AM HÄUFIGSTEN GELD UND ZEIT VERLOREN GEHEN
- Eine Lücke in den Bescheinigungen zulassen. Die Folgebescheinigung gehört vor Ablauf der vorherigen, nicht danach — ein Tag reißt die Kette.
- Zu spät zur Folgebescheinigung gehen. Den Termin auf den letzten Gültigkeitstag oder früher legen, nicht auf den Tag danach.
- Der Kasse eine Statusänderung nicht melden. Kündigung oder Vertragsende während der Krankheit ändern den Ablauf, und Schweigen erzeugt Überzahlungen.
- Annehmen, die Leistung entspreche dem bisherigen Gehalt. Die Kasse zahlt einen Anteil des früheren Verdienstes; die Lücke gehört ins Budget eingeplant.
HÄUFIGE FRAGEN ZUR ROUTE
Wie lange zahlt der Arbeitgeber und wie lange die Kasse?▾
Der Arbeitgeber zahlt das volle Entgelt für einen begrenzten Zeitraum bei derselben Erkrankung weiter. Danach übernimmt die Kasse, und ihre Leistung beträgt einen Anteil des bisherigen Verdienstes, nicht hundert Prozent.
Warum ist die Lückenlosigkeit so wichtig?▾
Weil der Anspruch gegen die Kasse an eine lückenlos bescheinigte Arbeitsunfähigkeit anknüpft. Ein fehlender Tag zwischen zwei Bescheinigungen kann die Kette unterbrechen, und die Folgen sind kaum zu korrigieren.
Wie lange zahlt die Kasse?▾
Bei derselben Erkrankung ist die Leistung auf eine Höchstdauer innerhalb eines Dreijahreszeitraums begrenzt. Danach greifen andere Mechanismen, über die man sich früh und nicht im letzten Monat informiert.
Was passiert bei Kündigung während der Krankheit?▾
Die Leistung läuft in der Regel weiter, Ablauf und Höhe können sich aber ändern. Die Änderung gehört selbst und sofort gemeldet — später entdeckte Überzahlungen werden zurückgefordert.