ROUTE
Hausrat abschließen
Der ehrliche Brauche-ich-das-Check, die 650-€/m²-Pauschale gegen Unterversicherung und die zwei entscheidenden Bausteine: Fahrrad und Elementar.
✓ Geprüft: 15.8.2026
Die Hausratversicherung deckt den Inhalt der Wohnung — Möbel, Technik, Kleidung — gegen Feuer, Leitungswasser und Einbruch. Anders als bei der Haftpflicht, die praktisch jeder braucht, lautet die ehrliche Antwort hier differenzierter: Studierende mit Laptop und Koffer brauchen sie meist nicht, die vollständig eingerichtete Familienwohnung fast immer. Die Route beginnt deshalb mit dieser Prüfung und nicht mit dem Verkauf.
KOSTEN UND FRISTEN
Wofür auf dieser Route gezahlt wird
- Hausrat~3–7 € im Monat für 60–80 m²
Die Beträge folgen den amtlichen Gebühren zum Prüfdatum des jeweiligen Schritts. In Ihrer Stadt kann der Satz abweichen — Details im Schritt selbst.
› Mehr über diese Route
Die Prüfung läuft auf eine Zahl hinaus: Was würde es kosten, Ihren gesamten Besitz zu heutigen Preisen neu zu kaufen? Die Schnellformel der Versicherer lautet 650 € pro Quadratmeter — bei 60 m² sind das 39 000 €, in aller Regel mehr, als man schätzt. Unter etwa 10 000–15 000 € Besitz ist die Police fraglich, darüber wird sie sinnvoll. Sie kostet rund 3–7 € im Monat für 60–80 m².
Beim Tarif entscheiden zwei Dinge. Erstens die Versicherungssumme nach der 650-€-Pauschale mit Unterversicherungsverzicht: Ohne ihn kürzt der Versicherer bei zu niedriger Summe JEDE Auszahlung anteilig, auch die kleine. Zweitens die Bausteine nach Ihrem Risiko: Fahrrad draußen, Elementarschäden im Erdgeschoss oder in Flussnähe, Glas, grobe Fahrlässigkeit.
WO AM HÄUFIGSTEN GELD UND ZEIT VERLOREN GEHEN
- Die Versicherungssumme drücken, um Beitrag zu sparen. Mit 20 000 versichert, 40 000 besessen — dann wird jede Zahlung halbiert, auch die kleinste. Die 650-€/m²-Pauschale im Vertrag schaltet diese Debatte schlicht ab.
- Annehmen, der Basistarif decke das Fahrrad. Basis ist der Diebstahl aus verschlossenen Räumen; für draußen braucht es die Fahrradklausel mit Limit und meist einem Nachtzeitfenster.
- Im Erdgeschoss oder in Flussnähe ohne Elementarschäden wohnen. Überschwemmung und Rückstau sind im Basistarif nicht enthalten — und genau dafür schließt man die Police ab.
- Keine Nachweise im Voraus sammeln. Eine Stehlgutliste aus dem Gedächtnis ist nach einem Brand kaum zu erstellen, und jede unbelegte Position fehlt schlicht in der Auszahlung.
HÄUFIGE FRAGEN ZUR ROUTE
Wie erkenne ich in fünf Minuten, ob ich die Police überhaupt brauche?▾
Überschlagen Sie zu Neupreisen, was in der Wohnung steht: Möbel, Technik, Kleidung, Rad. Bleibt die Summe unter etwa 10 000–15 000 €, ist die Police fraglich und die Rücklage sinnvoller. Bei einer eingerichteten Wohnung oder einer Familie liegt sie fast immer über 30 000 € — dann erledigen 3–7 € im Monat das Thema.
Was gehört direkt nach dem Abschluss erledigt, damit die Police im Ernstfall trägt?▾
Zwei Dinge, beide an einem Abend. Gehen Sie mit dem Handy durch die Wohnung und filmen Sie zwei Minuten alle Räume — ab in die Cloud. Und legen Sie einen Ordner mit Belegen für teure Anschaffungen an. Genau diese Nachweise machen aus einem gemeldeten Schaden einen bezahlten.
Was macht eine Police im Auszahlungsmoment wertlos?▾
Zwei Dinge. Erstens die Unterversicherung: Eine zu niedrige Summe kürzt die Zahlung anteilig, unabhängig von der Schadenhöhe. Zweitens fehlende Nachweise: ohne Fotos, Belege und Polizeianzeige beim Einbruch fehlt die Grundlage. Beides lässt sich vorher und kostenlos erledigen.
Hausrat oder Haftpflicht zuerst?▾
Die Haftpflicht. Sie deckt die Haftung gegenüber anderen, die keine Obergrenze kennt, und kostet fast nichts. Die Hausrat schützt Ihren Besitz und ist damit auf dessen Wert begrenzt — sie lohnt genau dann, wenn sich Besitz angesammelt hat. Zwei verschiedene Policen, die einander nicht ersetzen.