Die deutsche Schulpflicht ist strenger, als Zugezogene erwarten: Sie trifft das Kind, lässt keinen Hausunterricht zu und hängt nicht an der Staatsangehörigkeit. Ihre Grenzen zu kennen lohnt vor allem anderen, denn von der Altersgrenze hängt ab, in welchem Jahr die Anmeldung überhaupt ansteht.
Schulpflicht: verbindlicher als viele erwarten
In Deutschland ist das Kind schulpflichtig, nicht die Eltern — Hausunterricht ist keine Alternative. Die Pflicht entsteht automatisch mit dem Alter und gilt unabhängig von Staatsangehörigkeit und Aufenthaltsstatus.
✓ Geprüft: 15.8.2026
WAS ZU TUN
› Details und Tipps
Wir kamen im Juli an und dachten, bis September bleibe Zeit zum Ankommen. Die Anmeldung lief aber schon im Winter — geregelt haben wir es dann über das Schulamt.
Klären Sie zuerst nicht die Schule, sondern den Stichtag Ihres Bundeslandes. Zwei Wochen Unterschied entscheiden, ob das Kind dieses oder erst nächstes Jahr eingeschult wird.
HÄUFIGE FRAGEN
Ab welchem Alter beginnt die Schulpflicht? ▾
In der Regel mit sechs Jahren, die genaue Grenze bestimmt aber ein Stichtag, und der unterscheidet sich je Bundesland. Kinder, die erst nach dem Stichtag sechs werden, kommen meist im Folgejahr in die Schule. Die Regelung des eigenen Landes gehört nachgeschlagen.
Gilt die Schulpflicht auch für ausländische Kinder? ▾
Ja. Sie knüpft an den Wohnsitz des Kindes an, nicht an Staatsangehörigkeit oder Aufenthaltstitel. Sie entsteht auch für gerade erst zugezogene Kinder und hängt nicht daran, ob die Papiere der Eltern schon fertig sind.
Ist Hausunterricht erlaubt? ▾
Nein. Anders als in vielen Ländern ist Homeschooling in Deutschland keine zulässige Alternative: Das Gesetz verlangt den Besuch einer Schule. Ausnahmen sind sehr eng und meist gesundheitlich begründet.
Was passiert, wenn ein Kind nicht zur Schule geht? ▾
Das ist ein Verstoß: Zunächst meldet sich das Schulamt, danach folgen Bußgelder, in schweren Fällen wird das Jugendamt eingeschaltet. Es handelt sich nicht um eine Formalie, die Pflicht wird durchgesetzt.